Religion

 

Arianismus

  Eine frühe Version des Christentums, der durch die "rechtgläubige" Kirche auf dem Konzil von Nicäa als Irrglaube verurteilt wurde. Sie folgte der Lehre des alexandrinischen Priesters Arius (250-336).
Hauptsächlicher Unterschied zum orthodoxen Glauben bestand in der Definition der Natur Christus. Arius glaubte, dass Christus nur ein besonders priviligierter Abgesandter Gottes gewesen sei, über den der ferne Gott den niedrigen Menschen seinen Willen kund tat. Diese Vorstellung, die im 4. Jh. noch recht allgemein verbreitet war, machte im 5. Jh. einem Glauben Platz, der Christus als zweite Natur Gottes sah, der somit den Menschen unmittelbar nahe, gleichzeitig jedoch erhaben und allmächtig war.
Die Auseinandersetzung mit dem Arianismus, welche vor allem durch den alexandrinischen Bischof Athanasius (296-373) geführt wurde, war jedoch nicht nur theologischer Streit sondern stellte auch eine Machtprobe der Bischöfe mit örtlichen weltlichen Mächten dar, die häufig dem Arianismus anhingen. Der Glaube des Arius war besonders unter den germanischen Stämmen stark verbreitet, da er derem ursprünglichen, heidnischen, Glauben entgegen kam. Erst die Bekennung Chlodwigs zum römisch-katholischen Glauben ebnete dessen Siegeszug im nördlichen Europa.

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Benediktiner

Der älteste unter den heute noch bestehenden Orden des Abendlandes, welcher alle jene Klostergemeinschaften umfasst, die noch den Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia (ca. 480-547/53) leben. Zum Lebensinhalt des Ordens gehören die Pflege der Liturgie als höchste Aufgabe), die geistige und handwerkliche Arbeit im Kloster sowie Seelsorge, Mission und karritative Pfelge außerhalb des Klosters.
Ab dem 10./11. Jahrhundert bildete sich eine Unterscheidung zwischen den zum Chorgebet verpflichteten Brüdern, die meist die Priesterweihe erhalten haben, und den sonstigen Laienbrüdern heraus. Vom äußeren her sind die Benediktiner durch ihre schwarze Kleidung erkennbar. Geschichte: !!!Baustelle!!!

 

Bilderstreit

Streit um die Verehrung religiöser Bilder im byzantinischen Reiche 726-840, wobei die Parteien der Ikonodulen, der "Bilderknechte", und der Ikonoklasten, der "Bilderstürmer" aufeinanderstießen. Der Streit wurde durch die Befürchtung hervorgerufen, dass die Verehrung von Kultbildern zum Götzendienst führen könne, also dabei eigentlich die Bilder selbst und nicht die darin verkörperten Heiligen oder Christus verehrt würden. Dies stand im Einklang mit dem testamentlichen Gebot, welches das Verehren von Götzenbilder untersagt ("Du sollst Dir kein Bild von mir machen."). Bei diesem Konflikt kam es zur Zerstörung eines Großteils religiöser Bilder durch die fanatischen Bilderstürmer, weshalb heute kaum noch byzantinische Bildwerke aus der Zeit vor 800 erhalten sind.
Der Streit konnte schließlich auf dem 2. Konzil von Nicäa 787 und dem 4. Konzil von Konstantinopel beigelegt werden. Die orthodoxe Kirche einigte sich schließlich auf einen strengen Code, nachdem religiöse Bildwerke noch bis heute geschaffen werden. Karl der Große der in dieser Angelgenheit einen recht eigenmächtig Standpunkt einnahm, lehnte die götzenmäßige Verehrung von Bildern zwar ab, sah dies jedoch nicht im Konflikt mit der generellen Anbringung von Bildern (Libri Carolini).

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Cluniazensische Reform

Das Kloster Cluny in Burgund, welches 908 durch Herzog Wilhelm III. von Aquitanien gestiftete wurde, war der Ausgangs- und Mittelpunkt einer großen kirchlichen Reformbewegung vom 10. bis 12. Jahrhundert, die nach Unabhängigkeit der Kirche von weltlichen Mächten strebte. Angriffspunkt der Reformer war vor allem die Entartung des mittelalterlichen Eigenkirchenwesens. Die cluniazensische Refom bereitete die gregorianische Reform vor, welche im 11. Jahrhundert über das Papsttum die Souveränität der geistigen über die weltliche Macht suchte, welche schließlich im Investiturstreit zum Zusammenstoß mit dem deutschen Königtum führte.
Cluny erhielt eine eigene, von weltlicher und zunehmend auch bischöflicher Gewalt unabhängige Satzung, die eine eigenständige Abtwahl, Ausgliederung aus bischöflicher Oberhoheit und alleinige Unterstellung unter den Papst beinhaltete.
Das Klosterleben wurde durch das Gesetzbuch der "Consuetudines", welcher die Interpretation der Benediktinerregel durch Benedikt von Aniane zugrunde lag, bis ins Detail geregelt. Dabei wurde die Bedeutung der Arbeit zugunsten der Kontemplation zurückgedrängt und ein strenges Schweigegebot eingeführt; dementsprechend gewannen Chorgebet und Liturgie an Bedeutung und wurden besonders aufwändig gestaltet. Als Entsprechung dazu entwickelte sich der Kirchenbau von Cluny zu einem prachtvollen Ausdruck der inneren Ansprüche; die Klosterkirche Cluny III. aus dem späten 11. Jh. wurde der größten Kirchenbau des Abendlandes.

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Deutscher Ritterorden

 

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Exkommunikation

Kirchenbann, Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft. Es gibt dabei noch einmal die Unterscheidung zwischen "excommunication minor" (Ausschluss von den Sakramenten) und "excommunication maior" (völliger Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft). Die Exkommunikation schließt vom Empfang der Sakramente und kirchlichen Ämtern und Ehrenämter aus.

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Eigenkirchenwesen

Dabei betrachtete der Herr über ein bestimmtes Gebiet die darauf errichteten Klöster und Kirchen als sein Privateigentum. Demnach sah er sich allein bevollmächtigt hierfür Geistliche zu ernennen und abzurufen - diese konnten auch Unfreie sein.
Das Eigenkirchenwesen hat verschiedene Wurzeln in römischen, oströmischen und germanischen Rechtsvorstellungen und praktischen Notwendikeiten der Spätantike und des Frühmittelalter.
Im Frühmittelalter war das Eigenkirchenwesen noch weit verbreitet, allerdings wächst schon zur Zeit Karl d. Großen der Einfluss der Bischöfe über die Gemeinden und Klöster. Seit Gregor VII. im 11. Jahrhundert wurde das Eigenkirchenwesen von päpstlicher Seite als Simonie (Ämterkauf) bekämpft. Ab dem 12. Jahrhundert beginnt dessen Niedergang, an seine Stelle treten Patronat und Inkorporation.

 

Investitur

Bedeutet im germanischen Privatrecht ursprünglich die Besitzeinweisung bei der Übertragung von Eigentum; im mittelalterlichen Lehnswesen die Einführung des Lehnsträgers in sein Lehen.
Im mittelalterlichen Kirchenrecht bedeutet Investitur die Einsetzung eines Geistlichen in weltliche Besitzrechte und gleichzeitige auch in die geistlichen Befugnisse seines Amtes (abgeleitet von Grundlage des Eigenkirchenwesen). Seit dem 10. Jarhundert wird der Begriff hauptsächlich für die Übertragung von Bistümern und Abteien durch den König verwendet. Ab Heinrich III. (1039-1056) erfolgte diese durch die Symbole Stab und Ring und war mit der Ablegung eines Treueeids an den König verbunden.
Der deutsche König, bzw. Kaiser beanspruchte das Recht der Bischofs- und Abtseinsetzung daher, weil diese kirchlichen Amtsträger gleichzeitig weltliche Lehnsherren waren. Während der cluniazenischen Reformbewegung kam es dabei unter Gregor VII. zum Zusammenstoß mit den Ansprüchen des Papsttums auf alleinige Einsetzung geistlicher Amtsträger. Dieser gipfelte im Investiturstreit zwischen dem Papst und den deutschen Kaisern Heinrich IV. (1056-1106) und Heinrich V. (1106-1125). Die Beilegung erfolgte schließlich in einem Kompromiss mittels verschiedener Konkordate (Übereinkünfte), die zwischen dem Papst und dem französischen (1104), englischen (1107) und deutschen König (1122, Wormser Konkordat) abgeschlossen wurden. Danach erfolgte die Verleihung der Regalien (weltliche Hoheitsrechte) durch den König unter dem Symbol des Zepters und die Verleihung der Spiritualien (geistliche Befugnisse und Aufgaben) durch die Kirche unter dem Symbolen von Ring und Stab.

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Ketzertum / Häresie

 

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Konkordat

 

Konzil von Nicäa

  Der erste christliche kaiser Konstantin versammelte 325 alle christlichen Bischöfe seines Reiches in Nicäa zu einem ökumenischen ("weltweiten") Konzil, auf dem eine universale christliche Orthodoxie formuliert wurde.

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Schisma

Kirchenspaltung. Dieser Begriff bezeichnet hauptsächlich eine im Mittelalter relativ häufig auftretende Situation, bei der es durch Uneinigkeiten über die Papstwahl mehr als einen Papst gab.

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Simonie

 

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Stiftung, Patronat

Kirchlicher Ämterkauf.

Synode

 

 

 


 

Ulrike Johnson, letztmalig aktualisiert am 6. 6. 2002

 
 

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